Kirchenaustritt in Schleswig-Holstein

Kirchensteuer Schleswig-Holstein

Nach dem Kirchenaustritt informiert die Meldebehörde automatisch das zuständige Finanzamt, damit dieses die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) ändert. Die Kirchensteuerpflicht endet mit Ablauf des Monats in dem der Kirchenaustritt erklärt wurde ("zum nächsten Ersten").

Der Kirchensteuerhebesatz im Bundesland Schleswig-Holstein beträgt 9.0 %.

Kirchensteuererhebende Kirchen und Religionsgemeinschaften im Bundesland Schleswig-Holstein:

Evangelische Kirche
Römisch-Katholische Kirche
Alt-Katholische Kirche

Mehr Infos zur Kirchensteuer - Kirchensteuerrechner

Statistik Schleswig-Holstein

Religionszugehörigkeit in Schleswig-Holstein
Mitglieder der Katholischen und Evangelischen Kirche mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein

Jahr
Bevölkerung
Kath. Kirche
in %
Evang. Kirche
in %
2001
2 804 249
169 845
6,1
1 645 790
58,7
2002
2 816 507
171 977
6,1
1 634 547
58,0
2003
2 823 171
171 634
6,1
1 607 607
56,9
2004
2 828 760
171 396
6,1
1 591 539
56,3
2005
2 832 950
172 099
6,1
1 576 133
55,6
2006
2 834 254
172 781
6,1
1 561 537
55,1
2007
2 837 373
173 130
6,1
1 541 088
54,3
2008
2 834 260
170 964
6,0
1 523 623
53,8
2009
2 832 027
169 874
6,0
1 502 689
53,1
20102 834 259169 1786,01 480 61652,2
20112 837 641169 8046,01 458 70851,4
20122 806 531171 4316,11 440 92851,3
20132 815 955172 0676,11 419 32850,4
20142 830 864168 4115,91 393 56849,2

Quelle: Kirchenamt der EKD, Deutsche Bischofskonferenz

Statistiken zur Nordkirche - zum Erzbistum Hamburg

Weitere Statistiken

Kirchenaustrittsgesetz Schleswig-Holstein

Gesetz über den Austritt aus
Religionsgemeinschaften des öffentlichenRechts in Schleswig-Holstein
(Kirchenaustrittsgesetz - KiAustrG)
Vom 8. Dezember 1977

Fundstelle: GVOBl. 1977, 491
Zuletzt geändert am 01.04.2014

§ 1
(1) Den Austritt aus einer Religionsgemeinschaft des öffentlichen Rechts kann erklären, wer das 14. Lebensjahr vollendet hat und nicht geschäftsunfähig ist.
 
(2) Für Kinder unter 14 Jahren und für Geschäftsunfähige kann der gesetzliche Vertreter, dem die Sorge für die Person obliegt, den Austritt erklären. Hat das Kind das 12. Lebensjahr vollendet, so kann der Austritt nicht gegen seinen Willen erklärt werden.
 
(3) Eine Austrittserklärung durch einen bevollmächtigten Vertreter ist nicht zulässig.
 
§ 2
(1) Der Austritt ist dem Standesamt gegenüber zu erklären, in dessen Bezirk der Erklärende seinen Wohnsitz, beim Fehlen eines Wohnsitzes seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.
 
(2) Die Austrittserklärung kann mündlich oder schriftlich abgegeben werden. Sie darf keine Vorbehalte, Bedingungen oder Zusätze enthalten. Über die mündliche Erklärung ist eine Niederschrift aufzunehmen. Die schriftliche Erklärung muß öffentlich beglaubigt sein. Der Nachweis der Zugehörigkeit zu der Religionsgemeinschaft ist nicht erforderlich.
 
§ 3
Austrittserklärungen werden mit Ablauf des Tages wirksam, an dem die Niederschrift unterzeichnet wurde oder die schriftliche Erklärung eingegangen ist. Mit diesem Zeitpunkt entfallen für den Bereich des staatlichen Rechts sämtliche Rechte und Pflichten, die auf der persönlichen Zugehörigkeit zu der Religionsgemeinschaft beruhen.
 
§ 4
(1) Das Standesamt hat dem Ausgetretenen unverzüglich nach Abgabe der Austrittserklärung eine Austrittsbescheinigung zu erteilen. Die Bescheinigung muß das Datum der Austrittserklärung enthalten.
 
(2) Das Standesamt unterrichtet gleichzeitig die betroffene Religionsgemeinschaft von der Abgabe der Austrittserklärung.
 
§ 5
(1) Dieses Gesetz tritt am 1. Januar 1978 in Kraft.
 
(2) Gleichzeitig wird das Gesetz über den Austritt aus den Religionsgesellschaften öffentlichen Rechts vom 30. November 1920 (GS. 1921 S. 119) aufgehoben.