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Lexikon: Evangelische Kirche der Pfalz

Die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) ist eine von 22 Gliedkirchen (Landeskirchen) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie hat ihren Sitz in Speyer und ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.


Inhaltsverzeichnis
   
1 Kurzinfo
2 Kirchenaustritt
3

Geschichte

4

Gebiet

5 Kirchenpräsident
6 Synode
7 Gliederung
8 Statistik
9 Links
 
1 Kurzinfo
   
Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche)
   
Domplatz 5 67346 Speyer
   
Kirchenpräsident: Christian Schad Synodalpräsident: Henri Franck
   
Mitglieder (2009): 582 096 (37,1 % Bevölkerungsanteil)
   
Kirchenaustritte (2009): 3 462 (0,6 %) Homepage: www.evkirchepfalz.de
   
2 Kirchenaustritt

Wenn Sie aus der Evangelischen Kirche der Pfalz austreten wollen, müssen Sie dies beim Standesamt Ihres Wohnortes erklären.

Standesämter in Rheinland-Pfalz

Standesämter im Saarland

3 Geschichte

Die Pfalz gehörte vor 1800 zu mehreren Herrschaften. Den größten Anteil hatte das Kurfürstentum Pfalz, dessen Residenzstadt zunächst Heidelberg, später Mannheim war. Hier setzte sich nach der Reformation überwiegend der reformierte Glaube durch. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde die Pfalz mit einigen benachbarten, zum Teil auch lutherischen kleineren Herrschaftsgebieten Bayern zugesprochen. Innerhalb des geschlossenen linksrheinischen Gebiets, das unter der Bezeichnung Pfalz (auch Rheinpfalz) geführt wurde, gab es fortan reformierte und lutherische Gemeinden. Vor diesem Hintergrund veranlasste Bayern Anfang 1818 eine Befragung bei den Gemeinden, deren Ziel es war, herauszufinden, ob es evtl. zu einer Union der lutherischen und reformierten Gemeinden kommen könnte. Das Ergebnis war für die Pfalz positiv, so dass vom 2. bis 16. August 1818 in Kaiserslautern eine Generalsynode die Union der lutherischen und reformierten Gemeinden beschloss. Die neue Kirche nannte sich Vereinigte Protestantisch-Evangelisch-Christliche Kirche der Pfalz, die jedoch zunächst noch dem Konsistorium in München unterstand. Im Kernland Bayern konnte man sich hingegen nicht zu einer Union beider Bekenntnisse durchringen. Nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen Auffassung in der Bekenntnisfrage wurde die Vereinigte Protestantisch-Evangelisch-Christliche Kirche der Pfalz 1848 vom Konsistorium in München rechtlich unabhängig und erhielt in Speyer ein eigenes Konsistorium.

Oberhaupt der pfälzischen Kirche war der jeweilige König von Bayern als summus episcopus. Die Verwaltungsbehörde, das Oberkonsistorium in München, später das Konsistorium in Speyer, wurde von einem Präsidenten bzw. Direktor geleitet. Nach dem Ersten Weltkrieg musste der König in Bayern abdanken (Ende des landesherrlichen Kirchenregimentes). Als Oberhaupt fungierte daher zunächst der Konsistorialdirektor. Dann erhielt die pfälzische Landeskirche 1920 eine neue Verfassung und 1976 nach einer neuerlichen Überarbeitung der Verfassung ihren heutigen Namen Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche). Mit der Verfassungsänderung von 1920 war das Oberhaupt forthin der Kirchenpräsident. Die Verwaltungsbehörde wurde in Landeskirchenamt umbenannt.

 
 
4 Gebiet

Das Gebiet der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) umfasst das historische Gebiet der Pfalz, welche bis 1945 zu Bayern gehörte und seit 1946 Bestandteil der Länder Rheinland-Pfalz und des Saarlandes ist. Die rheinland-pfälzischen Teile bildeten bis 1968 einen eigenständigen Regierungsbezirk Pfalz, der die kreisfreien Städte Frankenthal (Pfalz), Kaiserslautern, Landau, Ludwigshafen, Neustadt an der Weinstraße, Pirmasens, Speyer und Zweibrücken sowie die Landkreise Bad Bergzabern, Frankenthal, Germersheim, Kaiserslautern, Kirchheimbolanden, Kusel, Landau in der Pfalz, Ludwigshafen am Rhein, Neustadt, Pirmasens, Rockenhausen, Speyer und Zweibrücken umfasste. Im Saarland gehören zum Gebiet der Evangelischen Kirche der Pfalz der gesamte Saarpfalz-Kreis mit Ausnahme des früher preußischen St. Ingberter Stadtteils Rentrisch, sowie zusätzlich die Orte Ensheim (heute Stadtteil von Saarbrücken), Schnappach (Stadtteil von Sulzbach), die beide bis 1974 zu St. Ingbert gehörten, und die heute zur Kreisstadt St. Wendel (bis 1947 zum pfälzischen Kreis Kusel) gehörenden Ostertalorte Osterbrücken, Hoof, Niederkirchen, Bubach, Marth und Saal.

5 Kirchenpräsident

An der Spitze der Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) steht der Kirchenpräsident, der von der Landessynode auf sieben Jahre gewählt wird. Seine Amtszeit endet in der Regel mit der Vollendung seines 65. Lebensjahres. In der pfälzischen Kirche ist die Wahl des leitenden Geistlichen nicht auf den Kreis der Pfarrer und Pfarrerinnen (d. h. der Ordinierten) beschränkt.

Konsistorialdirektoren und Kirchenpräsidenten

1886–1896: Theodor Michael von Wand, Konsistorialdirektor
1896–1915: Ludwig von Wagner, Konsistorialdirektor
1915–1930: Karl Fleischmann, Konsistorialdirektor, ab 1921 Kirchenpräsident
1930–1934: Jakob Kessler, Kirchenpräsident
1934–1945: Ludwig Diehl, Landesbischof
1946–1964: Hans Stempel, Kirchenpräsident
1964–1969: Theodor Schaller, Kirchenpräsident
1969–1975: Walter Ebrecht, Kirchenpräsident
1975–1988: Heinrich Kron, Kirchenpräsident
1988–1998: Werner Schramm, Kirchenpräsident
1998–2008: Eberhard Cherdron, Kirchenpräsident
2008–heute: Christian Schad, Kirchenpräsident

6 Synode

Als Parlament hat die Landeskirche eine Landessynode. Deren Mitglieder, die Synodalen, werden von den Kirchenbezirken auf sechs Jahre gewählt. Ihre Aufgaben sind ähnlich wie die von politischen Parlamenten. Die Landessynode stellt die eigentliche Leitung der Kirche dar. Außerhalb ihrer Tagungen liegt die Leitung beim Kirchenpräsidenten.

Vorsitzender der Landessynode ist der Präsident der Synode bzw. die Präsidentin der Synode, derzeit Henri Franck (Amtsperiode 2009-2014).

7 Gliederung

In der Verwaltungshierarchie ist die Landeskirche von unten nach oben wie folgt aufgebaut:

An der Basis stehen die Kirchengemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts mit gewählten Kirchenvorständen, den Presbyterien. Die Mitglieder des Presbyteriums heißen Presbyter. Mehrere Kirchengemeinden bilden zusammen einen Kirchenbezirk (auch Dekanat genannt) (in der allgemeinen Verwaltung einem Landkreis vergleichbar), an dessen Spitze ein Dekan steht. Die Kirchenbezirke sind ebenfalls Körperschaften des öffentlichen Rechts und haben als Gremium die Bezirkssynode, deren Mitglieder von den jeweiligen Kirchengemeinden bestellt bzw. berufen werden, sowie einen Bezirkskirchenrat.

Die Kirchenbezirke bilden zusammen die Landeskirche (in der allgemeinen Verwaltung dem Bundesland vergleichbar). Eine mittlere Ebene (in der allgemeinen Verwaltung einem Regierungsbezirk vergleichbar), gibt es bei der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) nicht.

20 Kirchenbezirke

Bad Bergzabern
Bad Dürkheim
Frankenthal
Germersheim
Grünstadt
Homburg
Kaiserslautern
Kirchheimbolanden
Kusel
Landau
Lauterecken
Ludwigshafen
Neustadt
Obermoschel
Otterbach
Pirmasens
Rockenhausen
Speyer
Winnweiler
Zweibrücken

Kirchengemeinden

Die 20 Kirchenbezirke (Dekanate) sind in 429 Kirchengemeinden, davon 32 im Saarland, unterteilt. Diese Zahl war bei Bildung der Kirchengemeinden geringer. Im Laufe der folgenden Jahre hat sich die Zahl jedoch erhöht, indem meist in Städten durch Zuzüge die Kirchengemeinden so groß wurden, dass man sie aufteilte und damit neue Kirchengemeinden entstanden.

Die Abschnitte 3 bis 7 basieren auf dem Artikel Evangelische Kirche der Pfalz aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

8 Statistik

Mitgliederzahlen der Evangelische Kirche der Pfalz

Jahr
Mitglieder
in % der Bev.
Kirchenaustritte
in %
2001
634 393
 
3 500
0,6
2002
627 390
 
3 754
0,6
2003
620 746
38,7
3 936
0,6
2004
617 082
38,6
2 832
0,5
2005
610 061
38,3
2 385
0,4
2006
603 790
38,0
2 362
0,4
2007
596 981
37,7
2 746
0,5
2008
589 376
37,4
3 876
0,6
2009
582 096
37,1
3 462
0,6

Quelle: Kirchenamt der EKD, Referat Statistik

Statistiken zu den Bundesländern: Rheinland-Pfalz - Saarland

Statistiken zur EKD - Statistiken zur Kirchensteuer - Weitere Statistiken

 
 
9 Links
 
Evangelische Kirche der Pfalz
 
Homepage der Evangelischen Kirche der Pfalz
 
Lexikon
 
Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
Christentum
Jesus Christus

Die Bibel

Weitere Einträge
 
Austritt aus der Evangelischen Kirche der Pfalz
 
Kirchenaustritt in Rheinland-Pfalz
Kirchenaustritt im Saarland
 
 

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