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Lexikon: Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist der Dachverband der lutherischen, unierten und reformierten Kirchen in Deutschland. Zur EKD gehören 22 regionale Gledkirchen, die historisch Landeskirchen genannt werden.


Inhaltsverzeichnis
   
1 Kurzinfo
2 Kirchenaustritt
3

Geschichte

4

Rat der EKD

4.1 Ratsvorsitzende der EKD
5 Synode
6 Gliedkirchen der EKD
7 Statistik
8 Bücher zum Thema EKD
9 Links
 
1 Kurzinfo
   
Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
   
Herrenhäuser Straße 12 30419 Hannover
   
Ratsvorsitzender: Nikolaus Schneider Präses der Synode: Katrin Göring-Eckardt
   
Mitglieder der Gliedkichen der EKD (2010): 23 896 089 (29,2 % Bevölkerungsanteil)
   
Kirchenaustritte (2010): 145.250 Homepage: www.ekd.de
   
2 Kirchenaustritt

Wenn Sie in Deutschland aus der evangelischen Kirche austreten wollen, müssen Sie dies vor einer staatlichen Behörde erklären, je nach Bundesland beim Amtsgericht oder beim Standesamt. Für mehr Informationen wählen Sie Ihr Bundesland:

Baden-Württemberg Niedersachsen
Bayern Nordrhein-Westfalen
Berlin Rheinland-Pfalz
Brandenburg Saarland
Bremen Sachsen
Hamburg Sachsen-Anhalt
Hessen Schleswig-Holstein
Mecklenburg-Vorpommern Thüringen
   
3 Geschichte

Bereits zwischen 1852 und 1903 gab es unter den obersten evangelischen Kirchenbehörden Deutschlands regelmäßige Zusammenkünfte in der so genannten Eisenacher Konferenz. Eine feste Institution wurde hieraus jedoch zunächst nicht. 1922 kam es zur Gründung des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes, dem die 28 damals bestehenden Landeskirchen des Deutschen Reiches angehörten. 1933 wurde unter dem Einfluss der Nationalsozialisten die Deutsche Evangelische Kirche (DEK) gegründet, mit dem Ziel, eine einheitliche evangelische „Reichskirche“ zu schaffen. Die vorherrschende Kirchenpartei waren damals die "Deutschen Christen" (DC), die offen mit dem Nationalsozialismus sympathisierten. Zahlreiche Landeskirchen wurden ab 1933 von DC-Bischöfen verwaltet. Nur drei Landeskirchen konnten sich der DC-Herrschaft entziehen und blieben "intakt": Württemberg, Bayern und Hannover. Reichsbischof wurde Ludwig Müller, ein überzeugter Nationalsozialist. 1934 formierte sich als Gegenpol zur DEK die so genannte Bekennende Kirche. Ihre bekanntesten Vertreter waren Martin Niemöller und Dietrich Bonhoeffer.

Nach Ende des 2. Weltkriegs unternahmen die führenden Geistlichen der Evangelischen Landeskirchen unter Führung des württembergischen Landesbischofs Theophil Wurm einen neuen Versuch, den unterschiedlichen Kirchen ein gemeinsames Dach zu geben. So entstand 1945 auf einer in Treysa (heute Schwalmstadt) in Hessen stattfindenden Kirchentagung die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). Sie gab sich am 13. Juli 1948 in Eisenach eine Grundordnung.

Trotz der Teilung Deutschlands blieb die EKD zunächst als Zusammenschluss der evangelischen Landeskirchen beider deutschen Staaten bestehen. Spätestens seit dem Mauerbau 1961 führte dies zu großen organisatorischen Problemen, so dass die EKD ihre gemeinsamen Aufgaben in beiden deutschen Staaten nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Auch die Probleme der alltäglichen kirchlichen Tätigkeit unterschieden sich zunehmend. So wurde 1969 der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR als Zusammenschluss der acht Landeskirchen auf dem Gebiet der DDR gegründet. Nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten 1990/91 vereinigte sich der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR wieder mit der EKD.

Dieser Abschnitt basiert auf dem Artikel EKD aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

4 Rat der EKD

Der Rat der EKD ist das Leitungsgremium der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er besteht aus 15 Mitgliedern: neben dem Präses der Synode werden von der Synode und der Kirchenkonferenz gemeinsam 14 weitere gewählt. Aus seiner Mitte wählt er einen Vorsitzenden. Seine Amtszeit beträgt sechs Jahre.

Mitglieder des Rates der EKD (Amtszeit 2009–2015)

Jochen Bohl, Dresden, Landesbischof
Tabea Dölker, Holzgerlingen, Erzieherin
Elke Eisenschmidt, Magdeburg, Mathematikerin
Ulrich Fischer, Karlsruhe, Landesbischof
Johannes Friedrich, München, Landesbischof
Uwe Michelsen, Hamburg, Journalist
Fidon Mwombeki, Wuppertal, Generalsekretär
Jann Schmidt, Leer, Kirchenpräsident
Nikolaus Schneider, Düsseldorf, Präses
Marlehn Thieme, Bad Soden, Direktorin
Gesine Weinmiller, Berlin, Architektin
Klaus Winterhoff, Bielefeld, Juristischer Vizepräsident
Edeltraud Glänzer, Hannover, Hauptvorstandsmitglied der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE)
Christiane Tietz, Mainz, Theologieprofessorin

4.1 Ratsvorsitzende der EKD

Höchster Repräsentant der EKD ist der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschlands, kurz Ratsvorsitzender der EKD. Dem Bund Evangelischer Kirchen in der DDR stand ein leitender Bischof vor.

Amtsinhaber seit 1945

1945 - 1949: Theophil Wurm, Landesbischof von Württemberg
1949 - 1961: Otto Dibelius, Bischof von Berlin-Brandenburg
1961 - 1967: Kurt Scharf, Präses, ab 1966 Bischof von Berlin-Brandenburg
1967 - 1973: Hermann Dietzfelbinger, Landesbischof von Bayern
1973 - 1979: Helmut Claß, Landesbischof von Württemberg
1979 - 1985: Eduard Lohse, Landesbischof von Hannover
1985 - 1991: Martin Kruse, Bischof von Berlin-Brandenburg
1991 - 1997: Klaus Engelhardt, Landesbischof von Baden
1997 - 2003: Manfred Kock, Präses des Rheinlands
2003 - 2009: Wolfgang Huber, Bischof von Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
2009 – 2010: Margot Käßmann, Landesbischöfin, Hannover
2010 – heute: Nikolaus Schneider, Präses, Rheinland

Vorsitzende des Kirchenbundes der DDR

1969 - 1981: Albrecht Schönherr, Bischof von Berlin-Brandenburg
1981 - 1982: Werner Krusche, Bischof der Kirchenprovinz Sachsen
1982 - 1986: Johannes Hempel, Landesbischof von Sachsen
1986 - 1990: Werner Leich, Landesbischof von Thüringen
1990 - 1991: Christoph Demke, Bischof der Kirchenprovinz Sachsen

5 Synode der EKD

Die Synode ist das kirchenleitende und gesetzgebende Gremium der EKD. Sie tagt einmal jährlich. Die Synode setzt sich aus insgesamt 120 Mitgliedern zusammen. Von diesen werden 100 Synodale von den Synoden der 22 Gliedkirchen gewählt, weitere 20 Synodale beruft der Rat der EKD unter besonderer Berücksichtigung von Persönlichkeiten, die für das Leben der Gesamtkirche und die Arbeit der kirchlichen Werke Bedeutung haben.

Die Synode der EKD wird vom Präsidium geleitet, an dessen Spitze der bzw. die Präses steht.

Präsides der Synode

1949–1955: Gustav Heinemann
1955–1961: Constantin von Dietze
1961–1970: Hans Puttfarcken
1970–1973: Ludwig Raiser
1973–1985: Cornelius von Heyl
1985–2003: Jürgen Schmude
2003–2009: Barbara Rinke
2009–heute: Katrin Göring-Eckardt

6 Die 22 Gliedkirchen der EKD

Die Grenzen der 22 Gliedkirchen der EKD beruhen im Wesentlichen auf den politischen Grenzen von 1815. Obwohl als Landeskirchen bezeichnet fallen ihre Grenzen regelmäßig nicht mit den Grenzen der heutigen deutschen Länder zusammen.
 
Evangelische Landeskirche Anhalts
im mittleren Sachsen-Anhalt
 

Evangelische Landeskirche in Baden (EKiBa)
im westlichen Baden-Württemberg

 
Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB)
in Bayern
 
Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)
In Berlin, Brandenburg, im südöstlichen Meck-Pommern, im nordöstlichen Sachsen
 

Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig
im südöstlichen Niedersachsen mit den Exklaven Blankenburg (Harz) und Calvörde

 
Bremische Evangelische Kirche (BEK)
in Bremen
 
Lippische Landeskirche
im nordöstlichen Nordrhein-Westfalen
 
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers (EVLKA)
in weiten Teilen Niedersachsens, Bremerhaven
 

Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKNH)
im mittleren und südlichen Hessen und östlichen Rheinland-Pfalz

 

Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW)
im nördlichen Hessen, Exklave im südlichen Thüringen (Schmalkalden)

 
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs
im westlichen Mecklenburg-Vorpommern
 
Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM)
in Sachsen-Anhalt und Thüringen
 
Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche
in Hamburg und Schleswig-Holstein
 
Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg
im nordwestlichen Niedersachsen
 
Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche)
im südlichen Rheinland-Pfalz und östlichen Saarland
 
Pommersche Evangelische Kirche
im nordöstlichen Mecklenburg-Vorpommern
 
Evangelisch-reformierte Kirche
Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland
 
Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR)
im westlichen Nordrhein-Westfalen, westlichen Rheinland-Pfalz und westlichen Saarland, östliche Exklave in Wetzlar, im westlichen Hessen
 
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens
in weiten Teilen Sachsens
 

Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe
im mittleren Niedersachsen

 
Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW)
im östlichen Nordrhein-Westfalen
 
Evangelische Landeskirche in Württemberg
im östlichen Baden-Württemberg
 
7 Statistik

Mitgliederzahlen der EKD

Jahr
Mitglieder
in % der Bev.
Kirchenaustritte
in % der Mitgl.
   
2001
26 453 592
32,1
171.789
0,6
2002
26 211 487
31,8
174.227
0,7
2003
25 836 192
31,3
177.162
0,7
2004
25 629 534
31,1
141.567
0,6
2005
25 385 618
30,8
119.561
0,5
2006
25 100 727
30,5
121.598
0,5
2007
24 832 110
30,2
131.000
0,5
2008
24 514 929
29,9
168.901
0,7
2009
24 194 986
29,6
148.450
0,6
2010
23 896 089
29,2
145.250
0,6

Mitglierzahlen der Gliedkirchen 2009

Gliedkirche
Mitglieder
in %
Kirchenaustritte
in %
   
Anhalt
45 987
14,8
156
0,3 %
Baden
1 270 290
28,2
7.291
0,6 %
Bayern
2 570 041
20,5
17.828
0,7 %
Berlin-Brandenburg-Oberlausitz
1 108 969
18,3
10.363
0,9 %
Braunschweig
386 329
46,5
2.548
0,6 %
Bremen
229 927
40,2
2.187
0,9 %
Hannover
2 920 695
51,0
17.613
0,6 %
Hessen und Nassau
1 731 883
34,4
11.330
0,6 %
Kurhessen-Waldeck
920 960
49,6
3.505
0,4 %
Lippe
185 211
52,9
745
0,4 %
Mecklenburg
196 272
16,9
1.327
0,7 %
Mitteldeutschland
858 453
19,2
4.594
0,5 %
Nordelbien
2 033 879
44,1
18.537
0,9 %
Oldenburg
451 410
43,3
2.734
0,6 %
Pfalz
582 096
37,1
3.462
0,6 %
Pommern
96 358
19,2
445
0,5 %
Reformierte Kirche
180 431
672
0,4 %
Rheinland
2 824 127
23,0
15.186
0,5 %
Sachsen
784 706
20,7
4.496
0,6 %
Schaumburg-Lippe
58 593
61,9
291
0,5 %
Westfalen
2 520 908
31,7
10.864
0,4 %
Württemberg
2 237 461
35,9
12.276
0,5 %

Evangelische Kirchenmitglieder nach Bundesländern 2009

Bundesland
Mitglieder
in %
Kirchenaustritte
in %
   
 
Baden-Württemberg
3 508 484
32,7
19 567
0,6 %
Bayern
2 578 391
20,6
17 862
0,7 %
Berlin
660 006
19,2
8 067
1,2 %
Brandenburg
435 507
17,3
2 277
0,5 %
Bremen
272 375
41,2
2 612
0,9 %
Hamburg
530 288
29,9
6 948
1,3 %
Hessen
2 393 045
39,5
13 294
0,6 %
Mecklenburg-Vorpommern
288 741
17,5
1 765
0,6 %
Niedersachsen
3 938 862
49,7
23 386
0,6 %
Nordrhein-Westfalen
4 913 609
27,5
24 371
0,5 %
Rheinland-Pfalz
1 239 204
30,9
6 599
0,5 %
Saarland
197 827
19,3
739
0,4 %
Sachsen
854 597
20,5
4 809
0,6 %
Sachsen-Anhalt
338 522
14,4
1 927
0,5 %
Schleswig-Holstein
1 502 689
53,1
11 583
0,8 %
Thüringen
542 839
24,1
2 644
0,5 %

Quelle: Kirchenamt der EKD, Referat Statistik

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