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Lexikon: Bistum Augsburg

Das Bistum Augsburg (lat. : Dioecesis Augustana Vindelicorum) ist eine Diözese der Katholischen Kirche im Südwesten von Bayern. Die Diözese umfasst so weite Teile des bayerischen Regierungsbezirkes Schwaben, aber auch Teile des altbaierischen Gebietes östlich des Lechs sowie einige Gebiete im westlichen Mittelfranken. Das Bistum Augsburg gehört zur Kirchenprovinz München-Freising.


Inhaltsverzeichnis
   
1 Kurzinfo
2 Kirchenaustritt
3

Geschichte

4 Bistumsgliederung
5 Statistik
6 Links
 
1 Kurzinfo
   
Bistum Augsburg
   
Fronhof 4 86152 Augsburg
   

Diözesanbischof:

Konrad Zdarsa
   
Katholiken im Bistum Augsburg (2009): 1.377.000 (60 % der Bevölkerung)
   
Kirchenaustritte (2009): 6.921 Homepage: www.bistum-augsburg.de
   
2 Kirchenaustritt

Wenn Sie aus der Katholischen Kirche im Bistum Augsburg austreten wollen, müssen Sie dies beim Standesamt erklären. Die Zuständigkeit richtet sich nach Ihrem Wohnort.

Standesämter in Bayern

3 Geschichte

Augusta Vindelicum (Augsburg) war als Hauptstadt der römischen Provinz Raetia secunda auch ein Ort, in den durch das römische Imperium schon vereinzelt erste Christen kamen. Die Bistumspatronin St. Afra war die erste bekannte Glaubenszeugin, die für ihren Glauben von Römern Anfang des 4. Jahrhunderts hingerichtet wurde. Der Apostel des Allgäus, der Hl. Magnus verbreitete im 8. Jahrhundert verstärkt das Christentum im Gebiet des heutigen Bistums.

Unter Bischof Simpert, einem weiteren Bistumspatron, entstanden um das Jahr 800 Zentren der Kultur wie beispielsweise die Benediktinerabteien Benediktbeuern, Wessobrunn oder Ottobeuren. Auch St. Ulrich prägte ca. hundert Jahre später das Bistum und die Geschichte, in die er vor allem durch die Schlacht auf dem Lechfeld im Jahre 955 einging. Das Bistum gehörte zur Kirchenprovinz Mainz.

1530 wurde in Augsburg auf dem Reichstag die Spaltung zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche besiegelt. Kurze Zeit später entstand unter der Leitung des Jesuitenpaters Petrus Canisius in Dillingen 1549 eine katholische Reformuniversität, die weit über die Bistumsgrenzen hinaus bekannt wurde.

Im Zeitalter des Barock entwickelte sich im Süden des Bistums die Blütezeit für Baumeister, Stuckateure und Maler. Bis heute prägen die damals entstandenen unzähligen Kloster- und Pfarrkirchen den Süden des Bistums und wurden auch Namensgeber des sogenannten Pfaffenwinkels. Beispiele hierfür die Baumeister der Wessobrunner Schule, das Marienmünster bei Dießen, die Klöster Benediktbeuern und St. Ottilien oder Wallfahrtskirchen wie die Wallfahrtskirche Kloster Andechs und die Wieskirche bei Steingaden, die heute zum Weltkulturerbe gehört. Aber nicht nur der Süden des Bistums wird durch Barockkirchen und Klöster geprägt, was man auch daran erkennen kann, dass Teile Mittelschwabens – vor allem das Gebiet des heutigen Landkreises Günzburg – auch Schwäbischer Barockwinkel genannt werden.

Wenig später wurde die Kirche in der Säkularisation enteignet. Der Benediktinerpater Placidus Braun gab von 1813–1815 in vier Bänden die erste Geschichte der Bischöfe von Augsburg heraus. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Diözese Augsburg neu geordnet. Die Bistumsgrenzen ändern sich und in vielen katholischen Vereinen engagierten sich immer mehr Laien in der Kirche. Auch Ordensgemeinschaften bekamen in dieser Zeit einen großen Zuwachs.

Von 1992 bis 2004 führte Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz OSB als 70. Diözesanbischof das Bistum Augsburg. Mit dem Erreichen des 75. Lebensjahres am 8. Juni 2004 nahm Papst Johannes Paul II. Dammertz' Rücktrittsgesuch an.

Danach verwaltete Weihbischof Josef Grünwald als Diözesanadministrator das Bistum.

Am 16. Juli 2005 ernannte Papst Benedikt XVI. den bisherigen Eichstätter Bischof Walter Mixa zum 60. Nachfolger des Hl. Ulrich. Mixa wurde am 1. Oktober 2005 feierlich in sein Amt eingeführt und somit Ordinarius des Bistums Augsburg. Am 8. Dezember 2007 weihte Bischof Mixa in einem feierlichen Pontifikalamt im Augsburger Mariendom das Bistum Augsburg der Ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Nach anhaltenden Misshandlungs- und Veruntreuungsvorwürfen bot Mixa am 21. April 2010 Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt vom Amt des Bischofs von Augsburg und von dem des Militärbischofs der Bundeswehr an, den dieser am 8. Mai desselben Jahres annahm.

Während der Sedisvakanz vom 8. Mai bis zum 23. Oktober 2010 führte Weihbischof Josef Grünwald die Diözese als Diözesanadministrator. Am 8. Juli 2010 ernannte Papst Benedikt XVI. den bisherigen Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa zum neuen Bischof von Augsburg; er wurde am 23. Oktober in sein Amt eingeführt.

Dieser Abschnitt basiert auf dem Artikel Bistum Augsburg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

4 Bistumsgliederung

Das Bistum Augsburg ist dem Erzbistum München-Freising als Suffraganbistum zugeordnet. Die Diözese besteht aus 1.001 Pfarreien. Jeweils mehrere benachbarte Pfarrgemeinden bilden zusammen 36 Dekanate, die wiederum in acht sogenannten Diözesanregionen wie folgt zusammengefasst sind:

Region Augsburg

Augsburg-Mitte
Augsburg-Ost
Augsburg-Süd
Augsburg-West
Aichach
Meitingen
Schwabmünchen
Dinkelscherben
Friedberg

Region Weilheim

Landsberg am Lech
Dießen
Starnberg
Schongau
Weilheim
Benediktbeuern
(mit Exklave Kloster Schlehdorf)

   
Region Kaufbeuren-Ostallgäu

Kaufbeuren
Marktoberdorf
Füssen

Region Kempten

Kempten
Lindau
Sonthofen

   
Region Memmingen-Unterallgäu

Memmingen
Ottobeuren
Mindelheim

Region Neu-Ulm

Neu-Ulm
Illertissen
Günzburg
Krumbach

   
Region Donau-Ries

Nördlingen
Donauwörth
Rain
Höchstädt
Dillingen an der Donau

Region Altbayern

Neuburg an der Donau
Schrobenhausen
Pfaffenhofen

   

5 Statistik

Katholiken im Bistum Augsburg / Kirchenaustritte

Jahr
Bevölkerung
Katholiken
in % der Bev.
Kirchenaustritte
2000
2 214 000
1 545 000
70
6 008
2001
2 225 000
1 535 000
69
5 524
2002
2 245 000
1 532 000
68
6 264
2003
2 249 000
1 515 000
67
6 482
2004
2 256 000
1 506 000
67
5 067
2005
2 263 000
1 493 000
66
4 357
2006
2 267 000
1 485 000
66
4 406
2007
2 292 000
1 404 000
61
4 881
2008
2 296 000
1 390 000
61
6 935
2009
2 298 000
1 377 000
60
6 921

Quelle: Deutsche Bischofskonferenz

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