Kirchenaustritt in Hessen

Der Austritt muss persönlich beim Amtsgericht, bei einem Notar oder bei einem Ortsgericht erklärt werden.

Sie benötigen dazu

  • einen gültigen Personalausweis oder
  • einen Reisepass mit einer Meldebestätigung (nicht älter als 6 Monate) oder
  • einen ausländischen Ausweis mit einer Meldebestätigung (nicht älter als 6 Monate)

Von Verheirateten, Geschiedenen oder Verwitweten werden zusätzlich Angaben zu Datum und Ort der Eheschließung benötigt.

Die Gebühr für den Kirchenaustritt beträgt 25 €.

Die Zuständigkeit richtet sich nach dem Wohnort.

Amtsgerichte in Hessen

 

Kirchensteuer Hessen

Nach dem Kirchenaustritt informiert die Meldebehörde automatisch das zuständige Finanzamt, damit dieses die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) ändert. Die Kirchensteuerpflicht endet mit Ablauf des Monats in dem der Kirchenaustritt erklärt wurde ("zum nächsten Ersten").

Der Kirchensteuerhebesatz im Bundesland Hessen beträgt 9.0 %.

Kirchensteuererhebende Kirchen und Religionsgemeinschaften im Bundesland Hessen:

Evangelische Kirche
Römisch-Katholische Kirche
Alt-Katholische Kirche
Jüdischen Gemeinden
Freireligiöse Gemeinde Offenbach
Freireligiöse Gemeinde Mainz

Mehr Infos zur Kirchensteuer - Kirchensteuerrechner

Statistik Hessen

Religionszugehörigkeit in Hessen
Mitglieder der Katholischen und Evangelischen Kirche mit Wohnsitz in Hessen

Jahr
Bevölkerung
Kath. Kirche
in %
Evang. Kirche
in %
2001
6 077 826
1 600 503
26,3
2 587 856
42,6
2002
6 091 618
1 588 046
26,1
2 565 640
42,1
2003
6 089 428
1 575 685
25,9
2 535 470
41,6
2004
6 097 765
1 563 117
25,6
2 521 157
41,3
2005
6 092 354
1 556 320
25,5
2 521 261
41,4
2006
6 075 359
1 544 817
25,4
2 476 738
40,8
2007
6 072 555
1 533 242
25,2
2 449 269
40,3
2008
6 064 953
1 514 521
25,0
2 415 787
39,8
2009
6 061 951
1 499 387
24,7
2 393 045
39,5
2010
6 067 021
1 484 538
24,5
2 368 920
39,0
20116 092 1261 478 26724,32 337 42338,4
20126 016 4811 471 88224,52 311 84038,4
20136 045 4251 462 64724,22 277 17037,7
20146 093 8881 452 06123,82 236 38136,7

Quelle: Kirchenamt der EKD, Referat Statistik

Statistiken zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) - zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) - zum Bistum Fulda - zum Bistum Limburg

Weitere Statistiken

Kirchenaustrittsgesetz Hessen

Hessisches Gesetz zur Regelung des Austritts aus Kirchen, Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften des öffentlichen Rechts (KRWAG)

Vom 13. Oktober 2009 (GVBl. I S. 394)

Der Hessische Landtag hat das folgende Gesetz beschlossen:

§ 1

Der Austritt aus einer Kirche, Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft, die Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, wird mit Wirkung für den staatlichen Bereich vor dem Amtsgericht erklärt, in dessen Bezirk die austretende Person ihren Hauptwohnsitz oder beim Fehlen eines Hauptwohnsitzes den gewöhnlichen Aufenthalt hat.

§ 2

(1) Der Austritt kann von der austretenden Person erklärt werden, wenn sie das 14. Lebensjahr vollendet hat und nicht geschäftsunfähig ist.

(2) Für Kinder, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, und für nicht volljährige Geschäftsunfähige kann die gesetzliche Vertreterin oder der gesetzliche Vertreter, der oder dem die Personensorge zusteht, den Austritt erklären. Ein Vor-mund oder eine Pflegerin oder ein Pfleger bedarf dazu der Genehmigung des Famili-engerichts. Hat ein Kind das zwölfte Lebensjahr vollendet, so kann der Austritt nur mit seiner Zustimmung erklärt werden.

(3) Eine Betreuerin oder ein Betreuer, der oder dem die Personensorge zusteht, kann für eine geschäftsunfähige Betreute oder einen geschäftsunfähigen Betreuten eine Erklärung nach § 1 abgeben, wenn der Austritt dem wirklichen oder mutmaßli-chen Willen der Betreuten oder des Betreuten entspricht. Die Erklärung bedarf der Genehmigung des Betreuungsgerichts.

(4) Eine Erklärung kraft Vollmacht ist nicht zulässig.

§ 3

(1) Die Erklärung kann mündlich oder schriftlich abgegeben werden.

(2) Die mündliche Erklärung muss zur Niederschrift der Urkundsbeamtin oder des Urkundsbeamten des zuständigen Amtsgerichts abgegeben werden. Die schriftliche Erklärung muss als Einzelerklärung in öffentlich beglaubigter Form eingereicht wer-den.

(3) In der Austrittserklärung sind der Familienname, die Vornamen, der Geburtsname, Tag und Ort der Geburt, Wohnung und Familienstand anzugeben.

(4) Die Kirche, Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft, aus der die erklärende Person austreten will, muss eindeutig bezeichnet sein. Der Nachweis der Zugehörigkeit ist nicht erforderlich. Die Austrittserklärung darf keine Vorbehalte, Bedingungen oder Zusätze enthalten.

§ 4

(1) Der Austritt wird mit dem Ablauf des Tages wirksam, an dem die Niederschrift der Austrittserklärung unterzeichnet worden oder die schriftliche Erklärung bei dem Amtsgericht eingegangen ist. Damit entfallen für den Bereich des staatlichen Rechts sämtliche Rechte und Pflichten, die auf der persönlichen Zugehörigkeit zu der Kirche, Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft beruhen.

(2) § 5 Abs. 2 Nr. 3 des Kirchensteuergesetzes in der Fassung vom 12. Februar 1986 (GVBl. I S. 90), zuletzt geändert durch Gesetz vom 19. November 2008 (GVBl. I S. 981), bleibt unberührt.

(3) Rechtspflichten, die nicht auf der persönlichen Zugehörigkeit zu der Kirche, Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft beruhen, insbesondere Lasten, für die kraft besonderen Rechtstitels bestimmte Grundstücke haften, bleiben durch die Austrittserklärung unberührt.

§ 5

(1) Das Amtsgericht hat der austretenden Person unverzüglich eine Austrittsbe-scheinigung zu erteilen. Darin ist anzugeben, wann die Austrittserklärung wirksam geworden ist.

(2) Das Amtsgericht übersendet der Kirche, Religions- oder Weltanschauungsge-meinschaft unverzüglich eine beglaubigte Abschrift der Austrittserklärung.

§ 6

Es werden aufgehoben:

1. das Gesetz, die bürgerlichen Wirkungen des Austritts aus einer Kirche oder Religionsgemeinschaft betreffend, vom 10. September 1878 (Hess. Reg. Bl. S. 113), zuletzt geändert durch Gesetz vom 18. Dezember 1997 (GVBl. I S. 429),

2. das Gesetz, den Austritt aus den israelitischen Religionsgemeinschaften betreffend, vom 10. September 1878 (Hess. Reg. Bl. S. 116), zuletzt geändert durch Gesetz vom 18. Dezember 1997 (GVBl. I S. 429),

3. das Gesetz, betreffend den Austritt aus den Religionsgemeinschaften öffentlichen Rechts, vom 30. November 1920 (Preuß. Gesetzsamml. 1921 S. 119), zuletzt geändert durch Gesetz vom 18. Dezember 1997 (GVBl. I S. 429).

§ 7

Dieses Gesetz tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft. Es tritt mit Ablauf des 31. Dezember 2014 außer Kraft.