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Lexikon: Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche

Die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche (NEK) ist eine von 22 Gliedkirchen (Landeskirchen) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie hat ihren Sitz in Kiel und ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Im. Februar 2009 wurde ein Fusionsvertrag mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und der Pommerschen Evangelischen Kirche unterzeichnet, der die Bildung der "Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche)" zu Pfingsten 2012 vorsieht.


Inhaltsverzeichnis
   
1 Kurzinfo
2 Kirchenaustritt
3

Geschichte

4

Gebiet

5 Leitung
6 Synode
7 Gliederung
8 Statistik
9 Links
 
1 Kurzinfo
   
Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche (NEK/Nordelbien)
   
Dänische Straße 21 24103 Kiel
   
Leitender Geistlicher: Bf. Gerhard Ulrich Präses der Synode: Hans-Peter Strenge
   
Mitglieder der NEK (2009): 2 033 879 (44,1 % Bevölkerungsanteil)
   
Kirchenaustritte (2009): 18.537 (0,9 %) Homepage: www.nordelbien.de
   
2 Kirchenaustritt

Wenn Sie aus der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche austreten wollen, müssen Sie dies beim Standesamt erklären. Die Zuständigkeit richtet sich nach Ihrem Wohnort.

Standesämter in Schleswig-Holstein

Standesämter in Hamburg

Standesämter in Niedersachsen

3 Geschichte

Die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche wurde am 1. Januar 1977 durch Vereinigung von vier selbständigen Landeskirchen und eines Kirchenkreises einer weiteren fünften Landeskirche gebildet. Dabei handelte es sich um die Evangelisch-Lutherische Kirche im Hamburgischen Staate, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Lübeck, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holstein und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Eutin sowie den Kirchenkreis Harburg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. Die Initiative zur Fusion dieser Landeskirchen ging von der Schleswig-Holsteinischen Kirche aus, deren Synode bereits 1956 einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte. Doch dauerte es noch 20 Jahre, bis die Verfassung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche vom 12. Juni 1976 in Kraft trat. Zuvor war mit dem Vertrag über die Bildung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche vom 1. Juli 1970 die NEK entstanden.

Evangelisch-Lutherische Kirche im Hamburgischen Staate

Die Evangelisch-Lutherische Kirche im Hamburgischen Staate bestand bis 1860 aus dem Stadtgebiet der Stadt Hamburg. Im Rahmen der dann folgenden Ausdehnung der Stadt behielt sie aber ihr Gebiet bei. Erst die Kirchenfusion von 1977 brachte eine neue Grenzziehung, die das Stadtgebiet von Hamburg mit einigen nördlichen Gemeinden im schleswig-holsteinischen Kreis Stormarn im Sprengel Hamburg der neu gebildeten Landeskirche vereinigte.

Mit der Fusion 1977 ging der Hauptteil der Evangelisch-Lutherische Kirche im Hamburgischen Staate im neu gebildeten Sprengel Hamburg auf. Der bisherige Landesbischof von Hamburg wurde somit Bischof des neu entstandenen Sprengels Hamburg. Die Bischofskanzlei wurde auch nach Fusion mit anderen Zuständigkeiten weitergeführt. Letzter Landesbischof war Hans-Otto Wölber, der ab 1977 Bischof des neu umschriebenen Sprengels Hamburg wurde.

Evangelisch-Lutherische Kirche im Lübeckischen Staate

Die Ursprünge der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lübeck lagen im ursprünglich katholischen Fürstbistum Lübeck, das seit 1163 existierte. Seit der Reformation im Jahr 1530 war die Hansestadt Lübeck evangelisch, das Gebiet der Stadt und das Kirchengebiet waren identisch. An der Spitze der Kirche stand der von der Landessynode gewählte Senior, der ab 1934 den Titel „Bischof“ erhielt. Die 31 Gemeinden wurden bei der Fusion 1977 als Propstei (heute Kirchenkreis) ein Teil des neu umschriebenen Sprengels Holstein-Lübeck. Letzter Bischof der Landeskirche Lübeck war Karlheinz Stoll. Mit Elisabeth Haseloff ließ die Evangelisch-Lutherische Kirche in Lübeck 1958 die erste Pastorin in Deutschland zu, die dieselben Rechte wie ihre Kollegen hatte.

Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holstein

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holstein bestand aus den Gebieten der Länder Schleswig und Holstein. Beide gingen nach dem Ende der dänischen Verwaltung 1867 an Preußen. Preußen gründete für die damalige Provinz eine Landeskirche mit einem gemeinsamen Landeskonsistorium. Die Kirche wurde 1876 durch das bisherige Herzogtum Lauenburg ergänzt, das als Landessuperintendentur eingegliedert wurde. Der Landessuperintendent von Lauenburg nahm in seinem Wirkungskreis bischöfliche Aufgaben war.

Weltlicher Leiter der Kirche war der Präsident des Konsistoriums, geistliche Leiter der Kirche waren die beiden Generalsuperintendenten, später Bischöfe, von Schleswig (Sitz in Schleswig) und Holstein (Sitz in Kiel), die den gleichnamigen beiden Sprengeln der Kirche vorstanden.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 führte auch in der schleswig-holsteinischen Landeskirche zu dem Versuch der Deutschen Christen (DC), die Kirche im Sinne der NSDAP „gleichzuschalten“. Auf der „braunen Synode“ am 12. September 1933 in Rendsburg, auf der sie die Mehrheit hatten, zwangen sie die Bischöfe Eduard Völkel (Schleswig) und Adolf Mordhorst (Holstein) zum Rücktritt und erhoben den DC-Pastor Adalbert Paulsen zum alleinigen Landesbischof. Nach dem „Führerprinzip“ regierte der Landesbischof allein mit Unterstützung des Landeskirchenausses und des Konsistoriums. Nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur 1945 gab Paulsen sein Amt auf. Mit der Wahl von Wilhelm Halfmann zum Bischof für Holstein (1946) und Reinhard Wester zum Bischof für Schleswig (1947) kehrte man zu der alten Ordnung zurück.

Die letzten Bischöfe der Landeskirche waren Alfred Petersen (Schleswig) sowie Friedrich Hübner, der ab 1977 Bischof von Holstein-Lübeck war.

Mit der Fusion 1977 wurde der Sprengel Holstein der bisherigen Schleswig-Holsteinischen Landeskirche neu umschrieben. Er wurde um die Propsteien der bisherigen Evangelischen Landeskirche Eutin sowie der Evangelischen Kirche in Lübeck erweitert, musste aber seine südlichen Bereiche an den Sprengel Hamburg abgeben. Seine neue Bezeichnung war Sprengel Holstein-Lübeck.

Evangelisch-Lutherische Landeskirche Eutin

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Eutin ging nach dem Ersten Weltkrieg aus einem Teil der oldenburgischen Kirche hervor. Ihr Gebiet bestand in etwa aus dem weltlichen Herrschaftsgebiet der Fürstbischöfe von Lübeck, dem ehemaligen Hochstift Lübeck, das 1803 als Fürstentum Lübeck säkularisiert wurde.

Letzter Bischof der Landeskirche Eutin war Wilhelm Kieckbusch. Vor der Fusion umfasste die Landeskirche etwa 20 Gemeinden. Bis 2009 bildeten diese Gemeinden eine Propstei (heute Kirchenkreis) innerhalb des Sprengels Holstein-Lübeck.

Kirchenkreis Harburg

Der Kirchenkreis Harburg war Teil der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. Als es in den 1970er Jahren um die Neubildung der Landeskirchen in Nordelbien ging, beteiligte sich auch der Kirchenkreis Harburg an der Diskussion. Dies lag daran, dass die ehemalige Stadt Harburg infolge des Groß-Hamburg-Gesetzes seit 1937 zur Stadt Hamburg gehörte, kirchlich jedoch bei Hannover verblieben war. Man wollte die politischen und kirchlichen Grenzen möglichst vereinheitlichen. So beteiligte sich der Kirchenkreis Harburg an der Fusion und wurde danach ein Kirchenkreis im Sprengel Hamburg der neuen Kirche. Im Gegenzug gab die Ev.-Luth. Kirche im Hamburgischen Staate ihre Gemeinden in Cuxhaven, das bis 1937 zu Hamburg gehört hatte, an die Hannoversche Landeskirche ab. Erstmals seit 1937 gehörte somit die gesamte Stadt Hamburg (wieder) zu einer einheitlichen evangelischen Landeskirche.

 
 
4 Gebiet

Das Gebiet der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche umfasst die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein mit Ausnahme der Evangelisch-Lutherischen Domgemeinde in Ratzeburg (Schleswig-Holstein), die zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs gehört. Darüber hinaus gehören noch die Evangelisch-lutherische Erlösergemeinde Vahrendorf (Gemeinde Rosengarten) in Niedersachsen und die deutschsprachige Minderheiten-Kirchengemeinde der deutschen Nordschleswiger in Dänemark zur Nordelbischen Kirche.

5 Leitung

An der Spitze der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche steht die Kirchenleitung, die aus zehn von der Synode für sechs Jahre gewählten Mitgliedern sowie aus dem Bischofskollegium besteht. Einer der beiden Bischöfe hat den Vorsitz der Kirchenleitung inne. Nach Vollendung ihres 65. Lebensjahres treten die Bischöfe in der Regel in den Ruhestand.

Bischöfe

Sprengel Hamburg und Lübeck

2008 bis 16. Juli 2010: Maria Jepsen, war bereits seit 1992 Bischöfin von Hamburg

Nach Jepsens Rücktritt hat ihr Stellvertreter, Propst Jürgen Bollmann, das Amt kommissarisch übernommen.

Sprengel Schleswig und Holstein

seit 2008: Gerhard Ulrich
seit 2009: Gothart Magaard, Bischöflicher Bevollmächtigter für den Sprengel Schleswig und Holstein (neu geschaffenes Amt; Magaard soll damit Bischof Ulrich im Rahmen der Fusion der drei „Nordkirchen“ in seiner Arbeit als Bischof entlasten; der Sprengel Schleswig und Holstein hat somit quasi zwei „Bischöfe“)

6 Synode

Als „Parlament“ hat die Landeskirche eine Synode. Deren Mitglieder, die Synodalen, werden von den Kirchenkreissynoden, von den Mitarbeitern und aus den Diensten und Werken gewählt; ein Teil der Synodalen wird berufen. Ihr Vorsitzender ist der Präsident der Synode, derzeit Hans-Peter Strenge. Die Synode tagt in der Regel zweimal im Jahr, aufgrund der Fusionsvorbereitungen aber derzeit deutlich häufiger. Ihre Aufgaben sind ähnlich wie die von politischen Parlamenten.

7 Gliederung

Sprengel mit ihren Kirchenkreisen

Die Nordelbische Kirche besteht seit einer Strukturreform im Jahr 2009 aus zwei Sprengeln mit zusammen 11 Kirchenkreisen und 594 Kirchengemeinden.

Sprengel Schleswig und Holstein:

Altholstein (dem Kirchenkreis Altholstein gehören mit Holtenau und Pries/Friedrichsort auch zwei Gemeinden in Südschleswig an.)
Dithmarschen
Nordfriesland
Ostholstein
Plön-Segeberg
Rantzau-Münsterdorf
Rendsburg-Eckernförde
Schleswig-Flensburg

Sprengel Hamburg und Lübeck:

Hamburg-Ost (dem Kirchenkreis Hamburg-Ost gehört mit der Gemeinde Vahrendorf auch eine Gemeinde in Niedersachsen an)
Hamburg-West/Südholstein
Lübeck-Lauenburg (die Domgemeinde Ratzeburg gehört seit 1554 der Mecklenburgischen Landeskirche an)

Von 1977 bis 2008 verteilten sich 27 Kirchenkreise auf drei Sprengel:

Sprengel Hamburg: Alt-Hamburg, Altona, Blankenese, Harburg, Niendorf, Stormarn

Sprengel Holstein-Lübeck: Eutin, Kiel, Herzogtum Lauenburg, Lübeck, Münsterdorf, Neumünster, Oldenburg in Holstein, Pinneberg, Plön, Rantzau, Segeberg

Sprengel Schleswig: Angeln, Eckernförde, Eiderstedt, Flensburg, Husum-Bredstedt, Norderdithmarschen, Rendsburg, Schleswig, Süderdithmarschen, Südtondern

Die Abschnitte 3 bis 7 basieren auf dem Artikel NEK aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

8 Statistik

Mitgliederzahlen der Nordelbischen Kirche

Jahr
Mitglieder
in % der Bev.
Kirchenaustritte
in %
2001
2 233 740
21 221
1,0
2002
2 212 722
20 453
0,9
2003
2 175 833
47,7
19 863
0,9
2004
2 151 450
47,1
17 954
0,8
2005
2 129 100
46,5
14 365
0,7
2006
2 109 960
46,0
15 095
0,7
2007
2 085 964
45,1
16 809
0,8
2008
2 063 690
44,8
20 981
1,0
2009
2 033 879
44,1
18 537
0,9

Quelle: Kirchenamt der EKD, Referat Statistik

Statistiken zu den Bundesländern: Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen

Statistiken zur EKD - Statistiken zur Kirchensteuer - Weitere Statistiken

 
 
9 Links
 
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