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Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche

Die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche (NEK) mit Sitz in Kiel, manchmal kurz auch nur "Nordelbien" ("Land nördlich der Elbe") genannt, ist eine von 23 Gliedkirchen (Landeskirchen) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Wie alle Landeskirchen ist sie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Kirche hat etwa 2,21 Million Mitglieder (Stand: Dez. 2002) in 642 Kirchengemeinden und ist eine der lutherischen Kirchen innerhalb der EKD. Sie ist ferner Mitglied der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

Die drei Bischofskirchen der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche sind der Dom in Schleswig (St. Petri), der Dom in Lübeck und die Hauptkirche St. Michaelis (der "Michel") in Hamburg. Bis Ende 2003 unterhielt die Landeskirche eine Evangelische Akademie in Bad Segeberg beziehungsweise Hamburg.


Inhaltsverzeichnis
   
1 Gebiet der Landeskirche
2

Geschichte

3

Leitung der Landeskirche

3.1 Generalsuperintendenten und Bischöfe
4 Landessynode
5 Verwaltung der Landeskirche
6 Gesangbücher
7 Statistik
8 Bücher zum Thema Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche
9 Links

 


1 Gebiet der Landeskirche
Das Gebiet der "Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche" umfasst mit wenigen Ausnahmen (eine Gemeinde in Ratzeburg und eine Gemeinde in Niedersachsen) die Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg.
2 Geschichte

Die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche wurde am 1. Januar 1977 durch Vereinigung von 4 selbständigen Landeskirchen und eines Kirchenkreises einer weiteren 5. Landeskirche gebildet. Dabei handelte es sich um die Evangelisch-Lutherische Kirche im Hamburgischen Staate, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Lübeck, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holstein und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Eutin sowie den Kirchenkreis Harburg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. Die Initiative zur Fusion dieser Landeskirchen ging von der Schleswig-Holsteinischen Kirche aus, deren Synode bereits 1956 einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte. Doch dauerte es noch 20 Jahre bis die "Verfassung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche" vom 12. Juni 1976 in Kraft trat. Zuvor war mit dem "Vertrag über die Bildung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche" vom 1. Juli 1970 die NEK entstanden. Alle ehemaligen Landeskirchen haben eine unterschiedliche Geschichte, die in den Einzelartikeln näher beschrieben ist.

Evangelisch-Lutherische Kirche im Hamburgischen Staate

Die Evangelisch-Lutherische Kirche im Hamburgischen Staate bestand bis 1860 aus dem Stadtgebiet der Stadt Hamburg. Im Rahmen der dann folgenden Ausdehnung der Stadt behielt sie aber ihr Gebiet bei. Erst die Kirchenfusion von 1977 brachte eine neue Grenzziehung, die das Stadtgebiet von Hamburg mit einigen nördlichen Gemeinden im schleswig-holsteinischen Kreis Stormarn im "Sprengel Hamburg" der neu gebildeten Landeskirche vereinigte.

Mit der Fusion 1977 ging der Hauptteil der Evangelisch-Lutherische Kirche im Hamburgischen Staate im neu gebildeten Sprengel Hamburg auf. Der bisherige Landesbischof von Hamburg wurde somit Bischof des neu entstandenen Sprengels Hamburg. Die Bischofskanzlei wurde somit auch nach Fusion mit anderen Zuständigkeiten weitergeführt. Letzter Landesbischof war D. Hans-Otto Wölber, der ab 1977 Bischof des neu umschriebenen Sprengels Hamburg wurde.

Evangelisch-Lutherische Kirche in Lübeck

Die Ursprünge der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lübeck lagen im katholischen Bistum Lübeck, das seit 1163 existierte. Seit der Reformation 1530 war Lübeck protestantische Stadt, das Gebiet der Stadt und das Kirchengebiet waren identisch. An der Spitze der Kirche stand der von der Landessynode gewählte Senior, der ab 1934 den Titel "Bischof" erhielt.

Mit der Fusion von 1977, bei der sie insgesamt 31 Gemeinden umfasste, wurde die Evangelisch-Lutherische Kirche in Lübeck als Propstei (heute Kirchenkreis) ein Teil des neu umschriebenen "Sprengels Holstein-Lübeck". Letzter Bischof der Landeskirche Lübeck war Karlheinz Stoll.

Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holstein

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holstein bestand aus den Gebieten der Länder Schleswig und Holstein. Beide gingen nach dem Ende der dänischen Verwaltung 1867 an Preußen. Preußen gründete für die damalige Provinz eine Landeskirche mit einem gemeinsamen Landeskonsistorium. Die Kirche wurde 1876 durch das bisherige Herzogtum Lauenburg ergänzt, das als Superintendentur eingegliedert wurde.

Weltlicher Leiter der Kirche war ein Kirchenpräsident, geistliche Leiter der Kirche waren die beiden Generalsuperintendenten, später Bischöfe, von Schleswig (Sitz in Schleswig) und Holstein (Sitz in Kiel), die den gleichnamigen beiden Sprengeln der Kirche vorstanden. Die letzten Bischöfe der Landeskirche waren D. Alfred Petersen (Schleswig) sowie Dr. Friedrich Hübner, der ab 1977 Bischof von Holstein-Lübeck war.

Mit der Fusion 1977 wurde der Sprengel Holstein der bisherigen Schleswig-Holsteinischen Landeskirche neu umschrieben. Er wurde um die Propsteien der bisherigen Evangelischen Landeskirche Eutin sowie der Evangelischen Kirche in Lübeck erweitert, musste aber seine südlichen Bereiche an den Sprengel Hamburg abgeben. Seine neue Bezeichnung ist seither "Sprengel Holstein-Lübeck".

Evangelisch-Lutherische Landeskirche Eutin

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Eutin ging nach dem Ersten Weltkrieg aus einem Teil der oldenburgischen Kirche hervor. Ihr Gebiet besteht in etwa aus dem Gebiet des ehemaligen Fürstbistums Lübeck.

Letzter Bischof der Landeskirche Eutin war Wilhelm Kieckbusch, der die Kirche bis zur Fusion im Jahre 1977 führte . Vor der Fusion umfasste die Landeskirche etwa 20 Gemeinden. Seither bilden diese Gemeinden eine Propstei (heute Kirchenkreis) innerhalb des Sprengels Holstein-Lübeck.

Kirchenkreis Harburg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers

Der Kirchenkreis Harburg teilte die Geschicke der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. Als es in den 1970er Jahren um die Neubildung der Landeskirchen in Nordelbien ging, beteiligte sich auch der Kirchenkreis Harburg an der Diskussion. Dies lag daran, dass das Gebiet Harburg seit 1937 (Groß-Hamburg-Gesetz) zur Stadt Hamburg gehörte, kirchlich jedoch weiterhin zu Hannover. Man wollte jedoch die politischen und kirchlichen Grenzen möglichst vereinheitlichen. So beteiligte sich der Kirchenkreis Harburg an der Fusion 1977 und wurde danach ein Kirchenkreis im Sprengel Hamburg der neuen Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Im Gegenzug gab die Ev.-Luth. Kirche im Hamburgischen Staate ihre Gemeinden in Cuxhaven, das bis 1937 zu Hamburg gehörte, an die Hannoversche Landeskirche ab. Erstmals seit 1937 gehörte somit die gesamte Stadt Hamburg (wieder) zu einer einheitlichen evangelischen Landeskirche.

3 Leitung der Landeskirche

An der Spitze der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche steht die Kirchenleitung, die aus 10 von der Synode für sechs Jahre gewählten Mitgliedern sowie aus dem Bischofskollegium besteht. Einer der drei Bischöfe hat den Vorsitz in der Kirchenleitung. Nach Vollendung ihres 65. Lebensjahres treten die Bischöfe in der Regel in den Ruhestand.

3.1 Generalsuperintendenten und Bischöfe

Bischöfe/Bischöfinnen

Sprengel Hamburg

1977 - 1983: D.Hans-Otto Wölber
1983 - 1992: Prof. D. Peter Krusche
1992 - heute: Maria Jepsen

Sprengel Holstein-Lübeck (Sitz Lübeck)

1964 - 1981: Dr. Friedrich Hübner, bis 1977 noch Bischof von Holstein in Kiel
1981 - 1991: Prof. Dr. Ulrich Wilckens
1991 - 2001: Karl Ludwig Kohlwage
2001 - heute: Bärbel Wartenberg-Potter

Sprengel Schleswig

1967 - 1978: D. Alfred Petersen
1979 - 1990: D. Karlheinz Stoll
1991 - heute: Dr. theol. Hans-Christian Knuth

Vorsitzender der Kirchenleitung ist seit 2004 der Schleswiger Bischof Dr. Hans-Christian Knuth.

4 Landessynode

Als "Parlament" hat die Landeskirche eine Synode. Deren Mitglieder, die Synodale, werden von den Kirchenkreissynoden, von den Mitarbeitern und aus der Pastorenschaft gewählt beziehungsweise zum Teil auch berufen. Ihr Vorsitzender ist der "Präsident der Synode", derzeit Hans-Peter Strenge. Die Synode tagt etwa 2 mal im Jahr. Ihre Aufgaben sind ähnlich wie die von politischen Parlamenten.

5 Verwaltung der Landeskirche

Nordelbisches Kirchenamt und Verwaltungshierarchie

Die Kirchenleitung mit einem der 3 Bischöfe als Vorsitzendem hat ihren Amtssitz in Kiel im "Nordelbischen Kirchenamt", der Verwaltungsbehörde der Landeskirche, an dessen Spitze der "Präsident des Nordelbischen Kirchenamts" steht. Früher hieß diese Behörde "Konsistorium" und hatte einen "Konsistorialpräsidenten". Neben dem Präsidenten gehören sieben für die verschiedenen Dezernate verantwortlichen Oberkirchenräte, weitere Referentinnen und Referenten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Kirchenamt. Es ist für die Ausführung der Kirchengesetze und Kirchenleitungsbeschlüsse verantwortlich und führt die Aufsicht über die nachgeordneten Verwaltungen.

Präsidenten des Nordelbischen Kirchenamts

1975 - 1984: Horst Göldner
1984 - 2002: Dr. Klaus Blaschke
2002 - heute: Dr. Frauke Hansen-Dix

Die Kirchenleitung vertritt die Nordelbische Kirche in der Öffentlichkeit und leitet sie im Rahmen der Beschlüsse der Synode. Sie führt außerdem die Aufsicht über das Nordelbische Kirchenamt. Sie ist neben dem Bischofskollegium und der Synode eines der Hauptorgane der NEK.

In der Verwaltungshierarchie ist die Landeskirche von unten nach oben wie folgt aufgebaut:

An der Basis stehen die Kirchengemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts mit gewählten Kirchenvorständen und den Pastoren. Die Kirchenvorstände werden von den Gemeindegliedern gewählt. Weitere Kirchenvorsteher werden berufen. Der Kirchenvorstand lädt alle konfirmierten Gemeindemitglieder mindestens einmal jährlich zur Gemeindeversammlung ein.
Mehrere Kirchengemeinden bilden zusammen einen Kirchenkreis (in der allgemeinen Verwaltung einem Landkreis vergleichbar), an dessen Spitze ein Propst steht; in großen Kirchenkreisen gibt es teilweise auch mehrere Pröpste. Die Kirchenkreise sind ebenfalls Körperschaften des öffentlichen Rechts und haben als Gremium die Kirchenkreissynode mit einem Kirchenkreisvorstand. Die Mitglieder der Kirchenkreissynode werden von den jeweiligen Kirchenvorständen der Kirchengemeinden, den Mitarbeitern und aus der Pastorenschaft gewählt. Einige Synodale werden auch berufen.
Mehrere Kirchenkreise bilden zusammen einen Sprengel (in der allgemeinen Verwaltung einem Regierungsbezirk vergleichbar), an dessen Spitze ein Bischof steht. Diese Verwaltungsebene hat ansonsten kein Gremium. Die 3 Sprengel bilden zusammen die Landeskirche (in der allgemeinen Verwaltung dem Bundesland vergleichbar).

Sprengel mit ihren 27 Kirchenkreisen

Sprengel Hamburg

Alt-Hamburg
Altona
Blankenese
Harburg
Niendorf
Stormarn

Sprengel Holstein-Lübeck

Eutin
Kiel
Herzogtum Lauenburg
Lübeck
Münsterdorf
Neumünster
Oldenburg in Holstein
Pinneberg
Plön
Rantzau
Segeberg

Sprengel Schleswig

Angeln
Eckernförde
Eiderstedt
Flensburg
Husum-Bredstedt
Norderdithmarschen
Rendsburg
Schleswig
Süderdithmarschen
Südtondern

Zum Sprengel Schleswig gehört auch die "Nordschleswigsche Gemeinde", eine deutschsprachige Gemeinde mit mehreren Pfarrstellen in Dänemark, die dort den rechtlichen Status einer "Freigemeinde" hat.

Die Synode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche hat im Rahmen ihres Reformprozesses im November 2004 beschlossen, die Zahl der Kirchenkreise von derzeit 27 auf maximal 12 zu reduzieren.

Kirchengemeinden

Die 27 Kirchenkreise sind in 642 Kirchengemeinden unterteilt. Diese Zahl war bei Bildung der Kirchengemeinden wohl etwas geringer. Im Laufe der folgenden Jahre hat sich die Zahl jedoch erhöht, indem meist in Städten durch Zuzüge die Kirchengemeinden so groß wurden, dass man sie aufteilte und damit neue Kirchengemeinden entstanden. Die Verteilung der Kirchengemeinden auf die 3 Sprengel ist wie folgt:

Sprengel Hamburg: 183 Kirchengemeinden
Sprengel Holstein-Lübeck: 248 Kirchengemeinden
Sprengel Schleswig: 211 Kirchengemeinden

6 Gesangbücher

Zum Zeitpunkt der Fusion 1977 war das gebräuchliche Gesangbuch das:

Evangelisches Kirchengesangbuch - Ausgabe für die Evangelisch-lutherischen Landeskirchen Schleswig-Holstein-Lauenburg, Hamburg, Lübeck und Eutin, Hamburg, ab 1950/53? in der neuen Ausgabe "Evangelisches Kirchengesangbuch- Ausgabe für die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche"

Evangelisches Gesangbuch - Ausgabe für die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche, Hamburg und Kiel, 1994

7 Statistik
   
Gemeindeglieder insgesamt (2005)

2.129.100

   
Kirchenaustritte (2004) 17.743
   
Kirchensteuereinnahmen (2004) 273.400.000 €
   
Quelle: Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche

 

 

teilweise aus Wikipedia,
der freien Enzyklopädie
Wikipedia, die freie Enzyklopädie



8 Bücher zum Thema Nordelbische Evangelisch-Lutherischen Kirche




9 Links

Homepage der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche
Die Nordelbische Wochenzeitung der Landeskirche

Kirchenaustritt in Schleswig-Holstein
Kirchenaustritt in Hamburg

Imformationen zur Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Informationen zum Christentum
Informationen zu Jesus Christus
Informationen zur Bibel

 

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