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Lexikon: Pommersche Evangelische Kirche (PEK)

Die Die Pommersche Evangelische Kirche (PEK) ist eine von 22 Gliedkirchen (Landeskirchen) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie hat ihren Sitz in Greifswald und ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Im. Februar 2009 wurde ein Fusionsvertrag mit der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs unterzeichnet, der die Bildung der "Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche)" zu Pfingsten 2012 vorsieht.


Inhaltsverzeichnis
   
1 Kurzinfo
2 Kirchenaustritt
3

Geschichte

4

Gebiet

5 Leitung
6 Synode
7 Gliederung
8 Statistik
9 Links
 
1 Kurzinfo
   
Pommersche Evangelische Kirche (PEK)
   
Bahnhofstraße 35/36 17489 Greifswald
   
Landesbischof: Hans-Jürgen Abromeit Präses der Synode: Rainer Dally
   
Mitglieder der PEK (2009): 96 358 (19,2 % Bevölkerungsanteil)
   
Kirchenaustritte (2009): 445 (0,5 %) Homepage der PEK
   
2 Kirchenaustritt

Wenn Sie aus der Pommerschen Evangelischen Kirche austreten wollen, müssen Sie dies beim Standesamt erklären. Die Zuständigkeit richtet sich nach Ihrem Wohnort.

Standesämter in Mecklenburg-Vorpommern

3 Geschichte

Der pommersche Landtag zu Treptow beschloss 1534 auf Veranlassung der Herzöge Barnim IX. (Pommern-Stettin) und Philipp I. (Pommern-Wolgast) gegen den Widerstand einiger Prälaten und Adeliger die Einführung der lutherischen Lehre (Reformation). Johannes Bugenhagen veröffentlichte 1535 eine erste lutherische Kirchenordnung für das Land. Dies gilt als Geburtsstunde der Pommerschen Landeskirche.

Zwischen 1648 und 1815 erwarb Kurbrandenburg (später als Teil des Königreichs Preußen bekannt) sukzessive die Landesteile des vormals herzoglichen Pommerns. Nach dem Wiener Kongress 1815 bildete der Staat Preußen seine Provinzen und so entstand die Provinz Pommern und mit ihr eine eigene Kirchenverwaltungsbehörde, das Konsistorium, in Stettin. Bis 1849 bestand daneben noch das 1556 gegründete Greifswalder Konsistorium mit Zuständigkeit in Vorpommern.

Oberhaupt der Kirche war der jeweilige König von Preußen als „summus episcopus“. 1817 verfügte dieser eine Union der lutherischen und reformierten Gemeinden. Somit entstand innerhalb des Staates Preußen eine einheitliche Kirche, die Evangelische Kirche in Preußen, die in den folgenden Jahrzehnten mehrmals ihren Namen änderte. Innerhalb dieser Landeskirche bildete Pommern eine der neun Kirchenprovinzen, neben Brandenburg (mit Berlin), Ostpreußen, Posen, Rheinprovinz (mit Hohenzollern), Sachsen, Schlesien, Westfalen und Westpreußen. In jeder Provinz bestand ein Provinzialkonsistorium (manchmal auch zwei), das für die Verwaltung der Kirchenprovinz zuständig war.

1850 wurde in Berlin als oberste Kirchenbehörde für die Landeskirche der Evangelische Oberkirchenrat (EOK) errichtet. 1866 annektierte Preußen mehrere Staaten. Die hinzugewonnenen Gebiete behielten jedoch ihre eigenen Kirchenverwaltungen und wurden nicht dem EOK in Berlin unterstellt. Ab 1875 nannte sich die Kirche „Evangelische Landeskirche der älteren Provinzen Preußens“.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste der König von Preußen abdanken (Wegfall des Landesherrlichen Kirchenregiments). Daher gab sich die altpreußische Landeskirche 1922 eine neue Kirchenordnung und den Namen Evangelische Kirche der altpreußischen Union, auch die Kirchenprovinzen wurden demokratisiert. Die Kirchgemeinden in den an Belgien (vier Gemeinden der rheinischen Kirchenprovinz), Polen (Kirchenprovinz Posen überwiegend, Kirchenprovinz Westpreußen zu großen Teilen, 22 Kirchgemeinden der Kirchenprovinz Schlesien) und die Tschechoslowakei (eine Gemeinde der Kirchenprovinz Schlesien) abgetretenen Gebieten schieden aus der Landeskirche aus. Die Kirchgemeinden der Völkerbundmandate Freie Stadt Danzig, Memel- und Saargebiet blieben Glieder der Landeskirche.

Mit der neuen Kirchenordnung waren 1922 die Kompetenzen des EOK beschnitten worden. Die Kirchenleitung, die vorher beim preußischen Monarchen lag, ging auf den „Kirchensenat“ über, dem der EOK nunmehr zuarbeitete. Die altpreußische Generalsynode wählte ihren Präses und den Kirchensenat, wobei jener qua Amt diesem vorstand. Die Leitung der Kirchenprovinzen lag ab 1922 bei den Provinzialkirchenräten. Den Konsistorien, nunmehr Verwaltungsorgane der Kirchenprovinzen, standen geistliche Generalsuperintendenten und juristische Konsistorialpräsidenten vor.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Oder-Neiße-Linie die Ostgrenze Deutschlands. Anders als 1918/20 zog die neue Grenzziehung aber die umfassende Vertreibung der einheimischen Bevölkerung nach sich. So gingen die meisten evangelischen Kirchgemeinden in Ostpreußen (heute zur Republik Polen bzw. – als Oblast Kaliningrad – zu Russland gehörend) sowie in Ostbrandenburg, Hinterpommern und Schlesien, deren östliche Teile heute zu Polen gehören, mit der Vertreibung ihrer nicht geflohenen Gemeindemitglieder unter, entsprechend auch alle übergeordneten kirchlichen Organisationen wie Kirchenprovinzen etc.

Der Anteil der evangelischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ging in Pommern östlich der Oder binnen weniger Jahre von mehr als 90 Prozent auf unter 5 Prozent zurück. Soweit Gemeinden in Einzelfällen fortbestanden, wurden sie in die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Polen eingegliedert. Das Provinzialkonsistorium wurde von Stettin nach Greifswald verlegt und 1947 wurde die ehemalige Kirchenprovinz Pommerns eine selbständige Landeskirche mit einem Bischof an der Spitze, die der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beitrat. Die Kirche gab sich am 2. Juni 1950 eine Kirchenordnung. 1954 gründete sie zusammen mit den fünf anderen ehemaligen Kirchenprovinzen Altpreußens als Nachfolgeeinrichtung der „Evangelischen Kirche der altpreußischen Union“ von 1922 die „Evangelische Kirche der Union“ als eigenständige Kirche, die ebenfalls der EKD beitrat.

1968 musste die Kirche ihren Namen in „Evangelische Kirche in Greifswald“ ändern, weil die Regierung der DDR in dem Namen „Pommern“ einen zu sehr an die Vergangenheit erinnernden Begriff sah. Nach der Deutschen Wiedervereinigung 1990 nahm die Landeskirche wieder ihren alten Namen an.

 
 
4 Gebiet

Das Gebiet der „Pommerschen Evangelischen Kirche“ umfasst den westlich der Oder gelegenen Teil der ehemals preußischen Provinz Pommern (Vorpommern), der heute den östlichen Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern bildet.

5 Leitung

An der Spitze der Pommerschen Evangelischen Kirche steht der Bischof (bis 1947 die Generalsuperintendenten), der geistliche Leiter der Kirche. Er wird von der Landessynode gewählt und ist Vorsitzender der ebenfalls von der Synode gewählten Kirchenleitung.

Generalsuperintendenten

1535 - 1573 : M. Jakob Hogensee (Hoonsee), Stolp
1535 - 1563 : Paul von Rhoda, Stettin-Hinterpommern
1544 - 1549 : Bartholomäus Swawe, Bischof von Cammin
1549 - 1556 : Martin Weiher, Bischof von Cammin
1558 - 1567 : D. Georg Venetus (von Venediger), Kolberg-Cammin
1563 - 1570 : M. Fabian Timäus, Stettin-Hinterpommern
1568 - 1602 : M. Petrus Edeling, Kolberg-Cammin
1570 - 1572 : D. Christoph Stymmel, Stettin-Hinterpommern
1572 - 1595 : D. Johann Cogeler, Stettin-Hinterpommern
1574 - 1604 : M. David Crolle, Stolp
1595 - 1613 : D. Jakobus Faber, Stettin-Hinterpommern
1605 - 1620 : M. Adam Hamel, Kolberg-Cammin
1618 - 1634 : M. David Reutzius (Reuß), Stettin-Hinterpommern
1622 - 1645 : D. Immanuel König, Kolberg-Cammin
1634 - 1641 : D. Jakob Fabricius, Stettin-Hinterpommern
1653 - 1673 : D. Christian Groß
1679 - 1683 : D. Martin Sylvester Grabe
1688 - 1707 : D. Günter Heyler
1709 - 1726 : M. David Nerretter
1720 - 1724 : D. Joachim Friedrich Schmidt (nur Vorpommern)
1725 - 1738 : D. Laurentius David Bollhagen
1733 - 1757 : Johann Gottfried Hornejus
1759 - 1775 : Gottfried Christian Rothe
1775 - 1791 : Friedrich Christian Döring
1792 - 1824 : D. Gottlieb Ringeltaube
1826 - 1826 : D. Friedrich Ludwig Engelken
1827 - 1854 : D. Carl Ritschl
1855 - 1885 : D. Albert Sigismund Jaspis
1885 - 1904 : D. Heinrich Poetter
1904 - 1919 : D. Johannes Büchsel
1921 - 1922 : D. Wilhelm Reinhard (Westsprengel)
1921 - 1933 : D. Paul Kalmus (Ostsprengel)
1923 - 1934 : D. Walter Kähler (Westsprengel)
1933 - 1935 : Karl Thom ("Bischof von Cammin")
1934 - 1945 : D. Heinrich Laag (Westsprengel)
1936 - 1945 : Heinrich-Ernst Boeters (Ostsprengel)

Bischöfe seit 1947:

1947–1954: Karl von Scheven
1955–1972: Friedrich-Wilhelm Krummacher
1972–1989: Horst Gienke
1990–2001: Eduard Berger
2001–heute: Hans-Jürgen Abromeit

6 Synode

Als „Parlament“ hat die Landeskirche die aus der pommerschen Provinzialsynode hervorgegangene Landessynode. Deren Mitglieder, die Synodale, werden auf sechs Jahre von den Kirchenkreisen gewählt. Die Aufgabe der Synode ist ähnlich wie die von politischen Parlamenten. Den Vorsitz der Synode führt der bzw. die Präses.

Synodal-Präsides

1974–1992: Dietrich Affeld (1928–2007), Lehrer
1994–1998: Hans-Jürgen Zobel (1928–2000), Universitätsprofessor für Theologie
1998–2006: Elke König, Lehrerin
2006–heute: Rainer Dally, Jurist

7 Gliederung

n der Verwaltungshierarchie ist die Landeskirche von unten nach oben wie folgt aufgebaut:

An der Basis stehen die Kirchengemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts mit gewählten Kirchenvorständen, dem „Gemeindekirchenrat“. Die Mitglieder dieses Gremiums heißen „Älteste“.

Mehrere Kirchengemeinden bilden zusammen einen Kirchenkreis (in der allgemeinen Verwaltung einem Landkreis vergleichbar), an dessen Spitze ein Superintendent steht. Die Kirchenkreise sind ebenfalls Körperschaften des öffentlichen Rechts und haben als Gremium die Kreissynode, deren Mitglieder von den jeweiligen Gemeindekirchenräten bestellt werden und einen Kreiskirchenrat.

Die Kirchenkreise bilden zusammen die Landeskirche (in der allgemeinen Verwaltung dem Bundesland vergleichbar). Eine mittlere Ebene (in der allgemeinen Verwaltung einem Regierungsbezirk vergleichbar) gibt es in der Pommerschen Evangelischen Kirche nicht.

Die Kirchenkreise

Bis 1945 war die Kirchenprovinz Pommern in 52 Kirchenkreise unterteilt, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts zwei Sprengeln zugeordnet waren. An der Spitze des Kirchenkreises stand ein Superintendent, den Sprengel leitete der Generalsuperintendent.

Sprengel West:

Altentreptow, Anklam, Barth, Bergen, Demmin, Franzburg, Gartz a.d.Oder, Garz (Rügen), Gollnow, Greifenhagen, Greifswald-Land (Sitz: Weitenhagen), Greifswald-Stadt, Grimmen, Kolbatz (Sitz: Neumark/Pommern), Loitz, Pasewalk, Penkun, Pyritz, Stralsund, Ueckermünde, Usedom, Werben, Wolgast, Wollin

Sprengel Ost:

Belgard, Bublitz, Bütow, Cammin, Daber, Dramburg, Freienwalde, Greifenberg, Jakobshagen, Köslin, Kolberg, Labes, Lauenburg, Naugard, Neustettin, Ratzebuhr, Regenwalde, Rügenwalde, Rummelsburg, Schivelbein, Schlawe, Stargard, Stettin-Land (Sitz: Podejuch), Stettin-Stadt, Stolp-Altstadt, Stolp-Stadt, Tempelburg, Treptow a. Rega

Alle Kirchenkreis des Sprengels Ost sowie die Kirchenkreise Gartz a.d. Oder, Gollnow, Greifenhagen, Kolbatz, Pyritz, Werben und Wollin des Sprengels West lagen nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Staatsgebiet von Polen.

Der verbliebene Teil der Pommerschen Evangelischen Kirche umfasste insgesamt 18, später 15 Kirchenkreise:

Altentreptow, Anklam, Barth, Bergen, Demmin, Gartz/Penkun, Garz (Rügen), Greifswald-Land, Greifswald-Stadt, Grimmen, Loitz, Pasewalk, Rügen, Stralsund, Ueckermünde, Usedom und Wolgast.

Kirchenkreise sei 1997

Im Zuge einer Strukturveränderung wurde 1997 die Zahl der Kirchenkreise auf vier Superintendenturen mit je einem Verwaltungsamt reduziert:

Kirchenkreis Demmin
Kirchenkreis Greifswald
Kirchenkreis Pasewalk
Kirchenkreis Stralsund

Die Verwaltungsämter wurden 2006 mit dem Konsistorium zusammengelegt.

Kirchengemeinden

Die vier Kirchenkreise sind in 295 Kirchengemeinden unterteilt.


Die Abschnitte 3 bis 7 basieren auf dem Artikel PEK aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

8 Statistik

Mitgliederzahlen der Pommerschen Evangelischen Kirche

Jahr
Mitglieder
in % der Bev.
Kirchenaustritte
in %
2001
125 800
424
0,3
2002
122 300
210
0,2
2003
116 300
21,8
575
0,5
2004
106 587
20,2
424
0,4
2005
103 758
19,9
416
0,4
2006
102 752
19,9
384
0,4
2007
100 385
19,6
421
0,4
2008
98 333
19,4
552
0,5
2009
96 358
19,2
445
0,5

Quelle: Kirchenamt der EKD, Referat Statistik

Statistiken zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern

Statistiken zur EKD - Statistiken zur Kirchensteuer - Weitere Statistiken

 
 
9 Links
 
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Christentum
Jesus Christus

Die Bibel

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