Buddha
Der Titel Buddha stammt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel
wie Erleuchteter oder Erwachter. Von dem
Wort ist die Bezeichnung Buddhismus
abgeleitet.
Ein Buddha ist ein Wesen, welches aus eigener Kraft die Reinheit
und Vollkommenheit seines Geistes erlangt hat und somit eine grenzenlose
Entfaltung aller seiner Potentiale erlangt hat: vollkommene
Weisheit und unendliches Mitgefühl. Er ist ins Nirvana eingetreten.
Von seinem Geist kann man eigentlich gar nicht sprechen,
denn diese Erlangung ist von transzendenter Natur, mit dem Verstand
nicht zu erfassen, tief und unergründlich, wie der
Ozean. Aufgrund des höchst individuellen Charakters
dieser Erfahrung entzieht sich diese einer wissenschaftlichen
Prüfung. Die Qualität der Buddha-Erfahrung ist für
Menschen, die diese Erfahrung nicht selbst gemacht haben, nicht
nachzuvollziehen. Der Glaube daran, dass einzelne Menschen eine
solche Erfahrung tatsächlich erlebt haben, ist religiöser
Natur.
Eine Buddha-Erfahrung tritt sehr selten auf. Nach der buddhistischen
Tradition ist ein Zeitalter, in dem ein Buddha auftritt, ein glückliches
Zeitalter, denn es gibt sehr viele Zeitalter, in denen kein
Buddha auftritt und deshalb auch keine Lehre der endgültigen
Befreiung befolgt werden kann: ein dunkles Zeitalter.
Gemäß des Mahayana-Buddhismus hat jedes Zeitalter
einen Buddha und der Buddha des nächsten Zeitalters ist Maitreya,
während der Buddha der Vergangenheit Dipakara ist. Im tantrischen
Buddhismus
gibt es eine Fülle von Buddhas, die auch transzendente Buddhas,
Adibuddhas oder Tathagatas genannt werden. Diese Urbuddhas sind
nicht inkarnierte kosmische Wesen und stellen die Idee des Buddha
dar.
| 1 Buddha
Shakyamuni (Siddhartha Gautama) |
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Der Buddha unseres Zeitalters lebte nach neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnissen von ca. 450 bis ca. 370 v. Chr. in Nordindien. Sein
Vater war Oberhaupt einer der regierenden Familien in der kleinen
Adelsrepublik der Sakyas, im heutigen indisch-nepalischen Grenzgebiet.
Hinweise auf den Königsstand Suddhodanas, Buddhas Vaters,
sowie den Prunk und die Zeremonien an dessen Hof, wie man ihnen
besonders in späteren Texten begegnet, sind höchstwahrscheinlich
Übertreibungen. Seine Mutter hieß Maya. Sie nannten
ihren Sohn (in Pali) Siddhattha (Sanskrit: Siddhartha), was der
sein Ziel erreicht hat bedeutet. Der Beiname Sakyamuni bezieht
sich auf seine Herkunft und bedeutet der Weise aus dem Geschlecht
von Sakya. Nach der Geburt Siddhartas wurde vorausgesagt,
daß er entweder ein Weltenherrscher oder aber, wenn er das
Leid der Welt erkennt, jemand werden würde, der erleuchtete
Weisheit in die Welt bringt.
Er lebte in einem Palast wo ihm alles, was zum Wohlleben gehörte,
zur Verfügung stand und wo er nach der Überlieferung
von allem weltlichen Leid abgeschirmt wurde. Sein Vater, der Fürst
Suddhodana, sah in seinem Sohn den idealen Nachfolger und wollte
verhindern, daß Prinz Siddharta sich von seinem Reich abwendete.
Daher wurde ihm nur selten gestattet, den königlichen Palast
zu verlassen und wenn, wurden die Straßen zuvor von Alten,
Kranken und Sterbenden gesäubert. Eines Tages sah er sich
aber doch der Realität des Lebens und dem Leiden der Menschheit
gegenübergestellt und erkannte eine Sinnlosigkeit in seinem
bisherigem Leben, die Legende berichtet von Begegnungen mit einem
Greis, einem Fieberkranken, einem verwesenden Leichnam und schließlich
einem Mönch, woraufhin er beschloß nach einem Weg aus
dem allgemeinen Leid zu suchen. (Allerdings ist es bei der "Biographie"
des Buddha sehr schwierig, Legenden von Fakten zu trennen). Mit
29 Jahren, bald nach der Geburt seines einzigen Sohnes Rahula
("Fessel"), verließ er sein Kind, seine Frau Yasodhara
und seine Heimat und wurde, auf der Suche nach dieser Erlösung,
ein Asket. Sechs Jahre lang wanderte der Asket Gotama durch das
Tal des Ganges, traf berühmte religiöse Lehrer, studierte
und folgte ihren Systemen und Methoden und unterwarf sich selbst
strengen asketischen Übungen. Da ihn all dies seinen Zielen
nicht näher brachte, gab er die überlieferten Religionen
und ihre Methoden auf, suchte seinen eigenen Weg und übte
sich dabei vor allem in der Meditation. Er nannte dies den Mittleren
Weg, weil er die Extreme anderer religiöser Lehren
meidet.
Thailändische BuddhafigurIn diesem Bemühen um Erlösung
erreichte Gotama in seinem 35. Lebensjahr die vollkommene Erleuchtung
(Bodhi), nach der er als der Buddha - der Erleuchtete, Erwachte
- bekannt wurde. Das geschah am Ufer des Neranjara-Flusses bei
Gaya (nahe Bodhgaya im heutigen Bihar) unter einer Pappelfeige,
die heute als Bodhi-Baum, "Baum der Weisheit", verehrt
wird. Zitat:'Möge meine Haut schrumpfen und meine Hand verdorren,
mögen meine Gebeine sich auflösen - solange ich nicht
die letzte Erkenntnis gefunden habe, werde ich mich nicht von
der Stelle rühren' daraufhin fällt er unter dem Baum
liegend in eine ekstatische Ohnmacht.
Ein Ableger eben jenes Feigenbaumes wurde auf Ceylon eingepflanzt,
während der indische Baum verdorrte. von dort wurde später
wiederum ein Ableger entnommen und an die ursprüngliche Stelle
in Indien (nahe des 1931 ausgegrabenen Tempelbezirkes von Sarnath)gepflanzt.
Nach seinem Erwachen hielt Gotama, der Buddha, im Wildpark bei
Isipatana (dem heutigen Sarnath) nahe Benares vor einer Gruppe
von fünf Asketen, seinen früheren Gefährten, seine
erste Lehrrede. Diese fünf wurden damit die ersten Mönche
der buddhistischen Mönchsgemeinschaft (Sangha). Von jenem
Tage an lehrte und sprach er 45 Jahre lang vor Männern und
Frauen aller Volksschichten, vor Königen und Bauern, Brahmanen
und Ausgestoßenen, Geldverleihern und Bettlern, Heiligen
und Räubern. Die bis heute in Indien bestehenden Unterscheidungen
durch die Kastenordnung und die Verschiedenheiten der sozialen
Gruppierungen erkannte er nicht an. Der Weg, den er lehrte, stand
allen Männern und Frauen offen wenn sie dazu bereit waren
ihn zu verstehen und zu gehen.
Im Alter von 80 Jahren verstarb Gotama in Kusinara (im heutigen
indischen Bundesstaat Uttar Pradesh) an Ruhr nachdem er ein giftiges
Pilzgericht verzehrt hatte.
Als Siddhattha Gotama im Sterben lag, sagte er den
Mönchen die Bestattung seiner Leiche solle den Laien überlassen
werden. So verstreuten sich die Mönche nach dem Dahinscheiden
auch sofort. Allerdings war es zunächst ein Problem, genug
Holz für die Einäscherung der Leiche zusammenzubekommen,
da zu wenig Laien-Anhänger in der Gegend waren. Nach kurzer
Zeit trafen verschiedene Delegationen ein, die von dem Tod Siddhattha
Gotamas gehört hatten. Unter diesen entbrannte dann der Streit
um den rechtmäßigen Besitz an der Asche und den Knochen.
Man wurde sich einig, indem Asche und Knochen aufgeteilt wurden.
Gemäß der Legende wurde die Asche schließlich
unter acht Erdhügeln beigesetzt.
Unter der Regentschaft des Maurya-Königs Ashoka (regierte
ca. 268 v. Chr. - 232 v. Chr..) wurden sieben dieser Grabhügel
wieder geöffnet und die Reliquien in 84.000 Stupas - hügelförmigen
Symbolbauten aus Lehm oder Stein - im gesamten Reich des Ashoka
verteilt. Um das bewerkstelligen zu können, wurden den Überresten
wahrscheinlich Teile hinzugefügt. Zudem deuten die Zahlen
8 und 84.000, die im Buddhismus
symbolische Bedeutung haben, darauf hin, dass diese Angaben nicht
wörtlich zu verstehen sind. Von den Stupas dieser frühen
Zeit sind heute nur noch wenige erhalten. Zu diesen zählen
jene in Piprawah (nahe Lumbini, dem Geburtsort Gotamas) und bei
Vaishali (wo das 2. buddhistische Konzil stattfand). In beiden
Fällen wurden im Innerern zwar Kammern zur Aufbewahrung von
Reliquien gefunden, die jedoch bereits vor langer Zeit geplündert
worden waren. Die bekannteste und bedeutendste Stupa aus der Zeit
König Ashokas ist die Große Stupa von Sanchi.
Heute gibt es in Süd-, Ost- und Südostasien eine Vielzahl
buddhistischer Heiligtümer, die für sich in Anspruch
nehmen Überreste (z.B. einen Zahn oder Knochen) des Buddha
Shakyamuni zu beherbergen. Hierzu gehören der Goldene Fels
und die Shwedagon-Pagode in Myanmar oder der Zahn-Tempel
von Kandy auf Sri Lanka.
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Jina, Sanskrit für Siegreicher
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Muni, Sanskrit für Mächtiger
- Bahgwan, Sanskrit für Gebäude
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